Embury Bar: 1500 Flaschen Genuss

Mit seiner Embury Bar hat sich Dominik M. Falger vor zwei Jahren selbständig gemacht. Seitdem hat der 33-Jährige weit mehr als 1000 Spirituosen in petto. Bei dieser Auswahl, bei seinen Mitarbeitern und bei dem selbst hergestellten Eis legt er höchsten Wert auf beste Qualität.

Es ist beinahe, als würde jemand einen Schalter umlegen: Die sich schließende Tür der Embury Bar sperrt die Hysterie der Frankfurter Innenstadt scheinbar mühelos aus, ehe eine persönliche Begrüßung durch das aufmerksame Personal den Beginn eines besonderen Abends signalisiert. Im Schein der gedämmten Beleuchtung fällt es zunächst einmal schwer, den Blick von der Bar selbst zu lösen – eine schier überwältigende Auswahl säumt die Regale hinter dem aufgeräumten Tresen, der durch seine Oberfläche aus massivem Mahagoni-Holz einladende Wärme vermittelt.

Eine individuelle Handschrift mit dem gewissen Gespür für Zeitlosigkeit prägt die Atmosphäre des Embury vom ersten Moment an. Messingleisten und geschmackvoll gesetzte Art déco-Akzente tragen zurückhaltend zum klassischen Ambiente bei, das selbstverständlich nicht von ungefähr kommt.

„Die Gesellschaft ist gestresst und schnelllebig, so dass es vielen Menschen mittlerweile an Rückzugsmöglichkeiten mangelt“, beobachtet Dominik M. Falger. In seiner betont unaufgeregten Embury Bar bietet er Gästen in der belebten Kirchnerstraße ein Refugium, in dem das Smartphone zugunster echter Kommunikation gern in der Hosentasche bleibt. In Zeiten der voranschreitenden Digitalisierung möchte Falger ein Stück weit Nostalgie pflegen und Raum zur Entschleunigung geben.

Vor diesem Hintergrund verzichtet der erfahrene Barmann bewusst darauf, kurzlebigen Modeerscheinungen den Einzug ins Embury zu gewähren. „Gastronomische Konzepte unterliegen Trends und Impulsen“, ruft er ins Gedächtnis. „Was jetzt in London und New York im Trend liegt, wirst du in wenigen Jahren in Frankfurt sehen – in London und New York jedoch schon wieder nicht mehr“.

Tatsächlich trägt der Drang zur freien Entfaltung entscheidend dazu bei, dass sich Falger überhaupt dem Bar-Handwerk widmet. Schon während seiner Hotelfachausbildung begeistert ihn insbesondere die Mischung aus Kreativität und Kundenkontakt, die er nach erfolgreichem Abschluss weit über die Grenzen des heimischen Allgäu hinaus er- und auslebt: Sowohl in einem österreichischen Fünf-Sterne-Haus als auch der Zürcher Widder Bar oder im renommierten Skyview Bar & Restaurant, weit oben auf dem 27. Stockwerk des Burj al Arab in Dubai, ist Falger bereits in jungen Jahren hinter der Theke zuhause.

„In der Gastronomie und auf die Bar bezogen hast du zu einem gewissen Punkt nicht mehr viele weiterführende Möglichkeiten. Entweder wechselst du in die Industrie – wirst Markenbotschafter, Außendienstler – oder du gehst auf kurz oder lang in die Selbstständigkeit“, erinnert sich Falger an einen wichtigen Wendepunkt seiner Karriere. Nachdem er sich seit 2011 im Zuge beruflicher Stationen mit Frankfurt vertraut gemacht hat und seinem Vibe erlegen ist, möchte er sechs Jahre später endgültig die bestimmende Kraft hinter Design, Drinks und Gastumgang sein. Kurzum: „Die eigene Definition von Qualität kompromisslos umsetzen!“

Als Startvorteil erweist sich dabei, dass Falger seit über 15 Jahren leidenschaftlicher Sammler edler Tropfen und passender Fachliteratur ist. So liefert ihm seine Originalausgabe des 1948 veröffentlichten „The Fine Art of Mixing Drinks“ die Inspiration zum Namen der ersten ganz eigenen Location, bei dem es sich entsprechend um eine wohlverdiente Würdigung des US-amerikanischen Autors David A. Embury handelt. Die extrem breite Spirituosenauswahl lässt sich hingegen auf die Widder Bar und seinen Mentor M. Blattner zurückführen, welche Beide durch ihr immenses Sortiment, Knowhow und Bartender Qualitäten einen bleibenden Eindruck bei Falger hinterlassen haben. „Wenn du mit 23 Jahren und brennendem Interesse vor 1000 Flaschen stehst, ist das ein wahres El Dorado. Du kannst aus dem Vollen schöpfen. Egal, was der Gast will: Du hast es!“

Beflügelt von dieser Offenbarung säumen in der Embury Bar sogar an die 1400 Artikel die Regale, wobei viele von ihnen der handverlesenen Kollektion des Gastgebers entspringen. Zusammen mit aktuell vier geschulten Mitarbeitern kümmert er sich zuvorkommend um die Wünsche der genussfreudigen Besucher und schätzt sich glücklich, den Großteil seines Teams aus einer ihm vertrauten Branche zu rekrutieren. Denn: „Personal aus der Hotellerie bringt ein ganz anderes Verständnis mit und erlaubt dir, direkt auf einem völlig anderen Level zu agieren.“

Dem hohen Anspruch ans eigene Schaffen wird Falger vor Ort nicht nur durch das imposante Sortiment und höflich-dezent auftretenden Service, sondern auch durch ein sicheres Auge für qualitative Feinheiten gerecht. So entsteht neben den genutzten Sirupen auch das verwendete Eis in aufwändiger Eigenproduktion. Dank der hohen Dichte der glasklaren Würfel verhindert Falger die Verwässerung seiner Kreation – ein Grundsatz, den man mit gutem Gewissen auf die gesamte Embury Bar übertragen darf.

Als zentral gelegener Dreh- und Angelpunkt der europäischen Finanz- und Dienstleistungsbranche zieht die Metropole am Main indes ein äußerst heterogenes Publikum an. Falger bestätigt mit hörbarer Begeisterung: „Frankfurt ist ein ganz spezieller Kosmos, was Gastronomie betrifft. Internationales Klientel reist viel, sieht viel und fordert dementsprechend viel auf dem heimischen Markt ein.“

Ob der Gast nun von nah oder fern grüßt; ob er Angestellter oder Bänker ist: „It is all about having a pleasant time“. Mit dem Hausmotto im Herzen machen Dominik M. Falger und Team die Embury Bar zur entspannten Oase für Getriebene mit einem Sinn für Genuss!