Es lebe der Sport: Im Gespräch mit Peter vom Lindner Hotel Frankfurt Sportpark
Frankfurt ist mit seinen zahlreichen Vereinen und Institutionen eine Sportstadt. Das würde Peter Wirbelauer, General Manager des Lindner Hotel Frankfurt Sportpark, sofort unterschreiben. Das Haus ist durch seine Lage am Waldstadion und die Nähe zu zahlreichen Sportverbänden Teil dieses Kosmos und hat sich das Thema Sport auf die Fahnen geschrieben. Wir waren zu Besuch in der Otto-Fleck-Schneise und haben mit Peter über das Besondere seines Hauses, authentische Charaktere, Kommunikation auf Augenhöhe und Team- sowie Sportsgeist gesprochen.
Du bist seit 2023 im Lindner Hotel Frankfurt Sportpark. Wie bist Du in die Branche gekommen und dorthin, wo Du heute bist?
Ich habe mit 14 Jahren eine Zeit lang im Ausland gelebt und konnte ein Praktikum im Mandarin Oriental Hotel Singapore absolvieren. Dort habe ich meine Liebe zur Hotellerie entdeckt und gemerkt, dass ich in dieser Branche arbeiten möchte. Ich habe dann eine Ausbildung im InterContinental Frankfurt gemacht und dort als Rezeptionist, Shiftleader und Duty Manager gearbeitet. 2013 ging es für mich als Front Office Manager ins Lindner Hotel Frankfurt Höchst. 2019 wurde ich Operations Manager des me and all Hotels in Hannover und habe das Haus miteröffnet. Trotz der Pandemie konnten wir es dort etablieren. Das Heimweh hat mich dann wieder nach Frankfurt getrieben – ich habe nie aufgehört, planet radio zu hören und hatte immer meine Karte von der Sparkasse Frankfurt (lacht). Ich kam als Hotel Manager ins Lindner Hotel Frankfurt Main Plaza und kurz darauf, im Dezember 2023, hier in den Sportpark. Seit Kurzem darf ich mich auch General Manager des Hauses nennen.
„Ich denke, Sport hat in Frankfurt einen sehr hohen Stellenwert, allein durch die Fülle der Vereine und Sportinstitutionen.“
Was ist das Besondere am Lindner Hotel Frankfurt Sportpark? Wie greift Ihr das Thema Sport auf?
Das Thema Sport zieht sich hier durch alle Bereiche – von den Materialien bis hin zur Dekoration. Wir haben beispielsweise die Oberflächen von Tartanbahnen aus der Leichtathletik oder Teile von Turngeräten verarbeitet. Durch unsere Ausstattung, aber auch unsere Lage und die Nähe zu vielen sportlichen Institutionen sind wir Anlaufstelle für viele Sportmannschaften und Vereine, die hier trainieren oder sich auf Wettkämpfe, wie die Olympischen Spiele, vorbereiten. Wir sind für alle Verbände da: DTB, DOSB, LBSH, Sporthilfe, Olympiastützpunkt, Tischtennisverband, Eintracht und viele mehr. Neben einem Fitnessstudio bieten wir auch sportlergerechte Ernährung sowie die Möglichkeit, dass eigene Köch:innen mitgebracht werden können, die unser Team anleiten. Natürlich haben wir auch einen regulären Tagungs- und Beherbergungsbetrieb. In unseren Tagungsräumen finden Lehrgänge und Konferenzen statt. Jüngere, schulpflichtige Sportler:innen können dort außerdem ihren Unterricht absolvieren. 2023 wurden wir offiziell zum spitzensportfreundlichen Betrieb erklärt. Alles in allem kann man sagen: Sportler:innen sind sehr, sehr angenehme Gäste (lacht).
Ihr befindet Euch in unmittelbarer Nähe des Stadions, des DOSB und des Landessportbunds. Wie schätzt Du den Stellenwert des Sports in Frankfurt ein? Würdest Du Frankfurt als Sportstadt beschreiben?
Auf jeden Fall! Ich denke, Sport hat in Frankfurt einen sehr hohen Stellenwert, allein durch die Fülle der Vereine und Sportinstitutionen. Und natürlich durch die Eintracht, welche eine sehr verbindende Wirkung hat. Ich bin selbst Fan und habe meine Tochter auch direkt nach ihrer Geburt im Verein angemeldet (lacht). Wir sind als Hotel zudem jedes Jahr bei der Frankfurter Sportgala in den MainArcaden, bei der jährlich Frankfurts Sportler:innen des Jahres geehrt werden. Dort sieht man die ganze Vielfalt der Frankfurter Sportwelt. Wir haben dort auch eine Preispatenschaft für die Parasportler:innen des Jahres übernommen.
„Unsere Auszubildenden sind der Grund, warum wir morgens aufstehen. Wenn man sieht, wie schüchtern sie am Anfang sind und dann über sich hinauswachsen, ist das einfach sehr schön.“
Was inspiriert Dich in Deiner Arbeit?
Unsere Auszubildenden! Sie sind der Grund, warum wir morgens aufstehen. Wenn man sieht, wie schüchtern sie am Anfang sind und dann über sich hinauswachsen, ist das einfach sehr schön. Man begleitet sie beim Erwachsenwerden: Wenn sie das erste Mal das Fell über die Ohren gezogen bekommen, weil sie zu spät kommen, oder wenn sie etwas gut machen, positiv im Feedback erwähnt werden und dann an Selbstbewusstsein gewinnen. Am Ende liegt man sich in den Armen, wenn sie in die weite Welt hinausgehen, oder – noch besser – wir können sie hier im Betrieb übernehmen. In der Regel übernehmen wir jedes Jahr mindestens einen Azubi. Wir bilden HoFas, HoKas, ReVas, Köch:innen und duale Studierende aus – allround quasi. Von circa 35 Angestellten sind aktuell 14 Auszubildende. Wir haben generell ein junges Team, das den Sportler:innen auf Augenhöhe begegnet. Wir tragen keine Uniformen und pflegen eine entspannte Atmosphäre. Grundsätzlich fällt es uns nicht ganz so schwer, Personal zu finden. Man muss allerdings flexibel sein und natürlich auch Menschen aus anderen Ländern und Nicht-Muttersprachler:innen berücksichtigen.
Was macht für Dich gute Führung aus, worauf legst Du Wert?
Ich denke, es ist wichtig, Rückhalt zu geben. Ich habe mir immer von Vorgesetzten gewünscht, dass sie hinter mir stehen, und genau das habe ich mir auch in meiner Führungsposition vorgenommen. Ich möchte helfen, wo ich kann, und unterstützend einwirken. Man muss Menschen dazu ermutigen, selbst Entscheidungen zu treffen und über sich hinauszuwachsen. Das möchte ich leben. Unsere Bewerber:innen sind auch immer zum Probearbeiten eingeladen, um sich selbst davon zu überzeugen. Ich hoffe, mein Team kann das bestätigen (lacht).
(Anm. der Red.: Ja, kann es!)
Was ist das “Coole“ an Deiner Arbeit?
Für mich ist das einmal die Abwechslung und natürlich die Menschen. Das erzählen vermutlich viele, aber ich kann das wirklich voller Überzeugung sagen. Sowohl die Kolleg:innen als auch die Gäste, vom fußballverrückten Sportfan bis zum abgefahrenen Konzertbesucher, sind einfach coole Leute. Wir haben hier eine gute Zeit auf Augenhöhe und so soll es auch sein!
„Ich glaube daran, dass zufriedene Mitarbeitende die besseren Gastgeber sind.“
„Ich denke, es ist wichtig, Rückhalt zu geben. Ich habe mir immer von Vorgesetzten gewünscht, dass sie hinter mir stehen, und genau das habe ich mir auch in meiner Führungsposition vorgenommen.“
Welchen Herausforderungen stehst Du in Deiner täglichen Arbeit gegenüber?
Uns machen steigende Kosten zu schaffen, beispielsweise für Energie oder Produkte, die wir einkaufen. Wenn man teilweise sieht, wie viel ein Frühstücksbuffet mit Eiern und Butter kostet, wird es einem ganz anders. Den Preis können wir so gar nicht an die Gäste weitergeben. Als Tagungshotel trifft es uns natürlich auch, dass viele Unternehmen ihre Meetings – als Nachwirkung der Pandemie – nun vermehrt digital anstatt in Präsenz abhalten.
Welchen Rat hättest Du gerne als Einsteiger in der Hotellerie bekommen?
Es ist niemals falsch, eine Entscheidung zu treffen, solange man zu ihr steht. Falsch ist, keine Entscheidung zu treffen.
Welche drei Dinge sind in Deinem Job unerlässlich und warum?
Gute Laune – denn ich kann von anderen kein Lächeln erwarten, wenn ich selbst nicht lächle. Ein offenes Ohr – ich bin für meine Mitarbeitenden und ihre Sorgen verantwortlich. Improvisationstalent – es passiert viel Unvorhergesehenes. Durch die Nähe zum Flughafen bekommen wir zum Beispiel oft unerwartete Layover durch entfallene Flüge. Die Fluggesellschaften rufen uns an und 15 Minuten später stehen die Gäste oft schon vor uns.
Warum sollte man eine Ausbildung in der Branche beginnen?
Ich wiederhole mich: wegen der Kolleg:innen. Diese Branche hat die tollsten Teams. Man wird immer nett aufgenommen, integriert und mitgenommen. Natürlich sind auch die Gehälter durch die Tarifverträge besser geworden, allerdings ist das keine Arbeit, die man des Geldes wegen machen sollte.
Was braucht die Branche jetzt und wo geht’s mit der Branche hin?
Die Branche braucht authentische Charaktere. Die Gäste merken sofort, wenn etwas aufgesetzt ist. Die Persönlichkeit rückt immer mehr in den Vordergrund. KI kann uns entlasten, sodass wir mehr Zeit für unsere Gäste und den persönlichen Kontakt haben. Die Branche wird immer mehr zum Erlebnis, Hotels sind keine anonymen Bettenburgen, sondern Orte mit Identität und Einzigartigkeit.
„Es ist niemals falsch, eine Entscheidung zu treffen, solange man zu ihr steht. Falsch ist, keine Entscheidung zu treffen.“
Was ist Dein Credo?
Ich glaube daran, dass zufriedene Mitarbeitende die besseren Gastgeber sind. Wenn mein Team zufrieden ist, sind es die Gäste automatisch auch. Ich muss meine Mitarbeitenden – zum Beispiel durch eine faire Bezahlung und ein gutes Arbeitsmodell – in die Lage versetzen, diese Zufriedenheit weiterzugeben.
Was gefällt Dir an der Frankfurter Branche? Was macht diesen Standort einzigartig?
Die Internationalität, die durch die zahlreichen Messen, Konzerte und den Flughafen entsteht. So bekommen wir das Gefühl, auch hier Global Player zu sein.
„Die Branche braucht authentische Charaktere. Die Gäste merken sofort, wenn etwas aufgesetzt ist.“
Wofür steht Frankfurt für Dich und was magst Du an der Stadt?
Frankfurt steht für mich für Heimat – und natürlich für die Eintracht. Es steht auch für Vielfältigkeit – allein, wenn man sich die kulinarische Auswahl in der Stadt anschaut. Außerdem mag ich die gute Anbindung. Frankfurt liegt sehr zentral und ist gut zu erreichen – gleichzeitig kommt man sehr schnell weg, egal, ob mit dem Auto, Zug oder Flugzeug.
Drei Tipps für Frankfurt?
Das Waldstadion – dort muss man gewesen sein. Kommt vorbei, besucht uns und geht entspannt ins Stadion. Die Kleinmarkthalle ist auch immer eine gute Idee. Und ab April ist die Schiffsmeldestelle in Höchst sehr schön, die “Côte d’Azur“ Frankfurts sozusagen.